Druck und Glück
Acht Stunden Fahrt, eine Stunde Gespräch.
In die Schweiz zu einem Vorstellungsgespräch gefahren, nachdem der Termin von München nach Zürich verlegt wurde. Auch gut, ist sogar kürzer für mich.
Das Unternehmen: Sehr großes, amerikanisches IT-Haus, zweites Gespräch, hoher Boss. Und hier atmet man “Ehrgeiz” in großer Menge; man ist stolz zu dokumentieren, dass nur die besten “Perfomer” ihre “Leadership inhouse” behaupten. Hart ist man, dafür gibt es aber auch Geld. Der Mann mir gegenüber hat gelernt. Er sieht mir die ganze Zeit in die Augen und ich halte den Blick. Unter dem Tisch, ich muss es bemerken, zucken seine Füße ständig. Dieses nervöse Wippen, ohne Unterlaß.
“Sind sie nicht zu alt um zu lernen?” Der Satz klingt bei mir nach. Vielleicht? Ich weiß es nicht…47 Jahre bin ich jetzt und, natürlich, fühle ich mich nicht alt. Doch wenn schon eine neuer Job, eine neue Aufgabe, dann suche ich auch nach mehr Sinn dabei. Nur um des Ehrgeizes Willen, des Geldes Willen, suche ich keine Arbeit.
Ich möchte kein Magengeschwür, ich suche nicht nach einem Herzinfarkt. Was nicht heißt, dass Herausforderung in der Arbeit nicht notwendig ist. Wie immer die Frage: zu welchem Preis.
Mal sehen was daraus wird.
Und heute, um 11, etwas ganz Anderes: Ich besuche die Bahnhofsmission in Mannheim.
