Wolga Klezmer…
…im jüdischen Gemeindezentrum von Mannheim. Hm, der Altersschnitt lag etwas über dem eines Popkonzerts. Klezmer? Bitte klicken. Die Musiker waren wirklich sehr gut, nahezu Musik-artistisch! Klarinette und Geige (Schlagzeug, Flügel und Bass) spielten mit unglaublicher Einfühlsamkeit und auch Geschwindigkeit.
Das Gemeindzentrum vermittlelt auf beklemmende Art und Weise, wie Juden in Deutschland (noch immer) leben: Wir sind durch dein Haupteingang hineingekommen. Vor der Tür aber stand ein Polizeiauto. In der Pause haben wir dann sehen können, dass die Tür verschlossen war und jemand dort aufpaßte. Wir haben den Mann angesprochen und es war der (evangelische) Hausmeister. Ja, meinte er, die Polizei wird bei Veranstaltungen immer informiert und bewacht den Eingang. Und ja, er, der evangelische Hausmeister (seit zehn Jahren), habe manchmal schon wirklich Angst gehabt in seiner Stellung.
Am Aushang hingen Zeitungsausschnitte über Reaktionen deutscher Kirchenvertreter auf die letzten Fehltrittte des Unfehlbaren, auch ein Brief der Kirchen Mannheims, die sich gegen die Aufhebung der Exkommunikation der Pius-Idioten wendeten und Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde bekunden.
Sogar eine Einladung zur “After-Schabbes-Party”! Solidaritäts-Pauschalflugreisen nach Jerusalem. Jüdische Volkstanzgruppen laden ein.
Nach dem Konzert sind wir noch ins C-Five, was eigentlich ganz nett war (ich kannte den Laden noch nicht). Und dann gelüstete es meine liebe A. nach einem Ouzo (den es dort tatsächlich nicht gab) und wir sind hier in Feudenheim noch zum “Nachbar-Griechen”. Ein schöner Abend.

