“Die Tore der Welt”, von Ken Follett, 1.300 Seiten
Ich habe aufgegeben. Nach 750 Seiten. Nein, das möchte ich nicht mehr lesen. Nach dem ich damals “Die Säulen der Erde” verschlungen hatte war ich natürlich schon gespannt auf den Nachfolger. Aber ich bin der Meinung das ich genug gelitten habe, nach 750 Seiten.
Ich weiß nicht was Ken Follett da geritten hat, doch das Prinzip des Buches ist: Lasse keine Hoffnung, laß die Bösen stets gewinnen, laß es Grausam sein, lasse die möglicherweise guten Zeiten des Lebens der Hauptprotagonisten nur kurz sein.
Daran, dass ich es so lange ausgehalten habe ist zu ersehen, dass das Prinzip funktioniert. Ich habe weitergelesen, getrieben von der Hoffnung das den geprügelten Hauptdarstellern nun doch endlich auch mal etwas Gutes geschehen mag! Aber nach so vielen Seiten ist noch immer kein Land in Sicht und mich hat die Freude am Buch verlassen. Nachdem ich verkündet habe das ich es nicht zuende lesen würde fragt ich meine Frau (die es durch hat) ob es denn noch “gut” enden würde. Sie fragte wo ich denn sei. Meine Antwort: “Jetzt ist die Pest dort angekommen”. Ihr Antwort: “Die Erste?”. Da war mir klar, dass meine Entscheidung richtig war.
Die Guten bekommen dauern auf die Nase und die Bösen kommen mit allem durch. Ja, das Mittelalter war sicher keine besonders nette Zeit. Ja, Krankheiten wurden mit Aberglauben gekämpft. Und ja, die niederen Menschen waren wie Leibeigene. Nein, dass Unheil muss ich mir nicht 1.300 Seiten antun.
Keine Frage, sehr gut geschrieben, spannend, natürlich. An dieser Seite keine Klagen. Dennoch: nichts für mich.