Da streiken also die Hellenen gegen das Sparpaket der Regierung. Was lese ich? “Das Land befinde sich in einer Kriegssituation“?
Manchmal muss ich mein gerechtes Herz mit der Flamme des Unwillens entzünden (um nicht zu sagen: des Zorns). Nun haben wir schon eine Wirschaftskrise die sich gewaschen hat, entstanden durch den Schlendrian der bei Banken herrscht. Viele verlieren Ihre Arbeit hierzulande, werden (damit sie in spätrömischen Luxus suhlen können, ha. ha.) zu Hartz IV - Empfängern, viele müssen Sparen und sich einschränken. Wir verzeichnen den niedrigsten Krankenstand seit Jahren da die Furcht um den Arbeitsplatz herumgeht (Geiz ist nicht geil, aber gar nicht).
Und dann? Da fälschen die Hellenen ihre Zahlen, frech und dreist, seit Jahren, lassen sich mit EU-Geldern Strassen und Gemeindezentren bauen und nun, da die Blase, wie absehbar war, platzt, sind sie natürlich überhaupt nicht verantwortlich! Nein, wir nicht. Die Anderen, klar. Hat denn in Athen überhaupt jemand Ahnung wie das Geldwesen eines Landes funktioniert?
Was habe ich gelesen? 25% der Arbeitsfähigen sind Beamte? BITTE? Oder das: jeder zweite Posten ist durch Vetternwirtschaft erreicht worden und nicht aufgrund einer Qualifikation? Oder dies: Behandlungen in einem Krankenhaus (oder in Arztpraxen), Leistungen von öffentlichen Ämtern, alles nur gegen Bestechung? Fröhliches Abbrennen von ohnehin spärlich vorhandenen Bäumen für Bauland trotz strengem Verbot? Auf dem dann üble Bauruinen stehen für die kein Geld mehr übrig ist? Die Hellenen sind überall ganz vorne dabei.
Bestechungen und Betrug auf Regierungsebene in einem Umfange, der einen Berlusconi farblos aussehen lässt. Und dann fühlt sich des sensible Herz der Griechen arg getroffen und streikt? Gegen was? Hier ein netter Artikel von “Transparency” in dem zu lesen ist, dass “Griechen im vergangenen Jahr durchschnittlich 1.355 Euro Bestechungsgeld” gezahlt haben. Und nun, da dieses System auf der Anklagebank steht wird gestreikt? Wo ist denn da noch die Ehre?
Da kommt also Herr Papandreou und bereist die “Freunde der EU”, natürlich “nicht als Bittsteller”, sondern zum Sondieren? Was gibt es da zu sondieren? Der ohnehin schon wackelige Wirtschafts-schwung (ich mag gar nicht schreiben: -aufschwung) wird durch dieses offenbar schon seit längerem erwartete Debakel geradewegs wieder in die Tonne getreten!
In einen Radio-Bericht höre ich: “Nicht so schlimm, das kleine Griechenland spiele ohnehin keine nennenswerte Rolle im Warenverkehr innerhalb Europas.” Tröstet wenig, denn die nächsten Wackelkandidaten (z.B. Portugal) schauen im Augenblick sehr genau hin um zu prüfen, ob sie schon mal pro forma Asche auf ihr Haupt werfen und das ach so starke Europa für ihre Misere um Hilfe angehen sollen.
Ein weiteres Bonmot ist die Forderung nach Kriegsrestitutionen (Wiedergutmachungen) von Deutschland an Griechenland. Ehrlich: ich weiß nicht in wie weit das Berechtigung hat und kann hier auch nicht werten. Aber nett ist doch Folgendes: Nachdem nun Griechenland vor dem wirtschaftlichen Aus steht, nehmen sie auch jeden möglichen und unmöglichen Anlass um anderen Schuld für ihr eigenes Versagen zuzuschieben. Und da möchte ich darauf hinweisen, dass Deutschland nach dem Krieg auch nicht mehr so dolle aussah und es dennoch zu einer akzeptablen Wirtschaft geschafft hat. Nur die Griechen nicht, dort fällt 65 Jahre später auf, dass sie wegen der fehlenden Rückzahlungen nie eine Chance hatten. Wie dreist ist das denn?
Es ist Zeit, den europäischen Gedanken mit etwas mehr Ernsthaftigkeit zu versehen: Näher zusammenrücken und staatliche Kompetenzen teilweise ganz an europäische Institutionen abgeben! Zum Beispiel an den IWF, der ohnehin schon für diese Themen aufgestellt ist.
Um Europa geht nichts herum, davon bin ich überzeugt. So lange die Gemeinschaft aber durch Betrüger von dem eigentlichen Ziel abgelenkt wird, so lange kommt hier nichts voran.
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