Das Bild liebe ich schon sehr
(Der Hintere, das bin ich)
Seltsam: obschon ich (wir) in diesem Haus nur sehr kurz gewohnt haben, bleibt es in meinen Träumen stets mein Elternhaus.
Mein Vater war, und ist sicher noch, ein interessanter Mann gewesen. Wenngleich nicht im Sinne einer Weltläufigkeit. Er war die meiste Zeit seines Lebens Lehrer am örtlichen Gymnasium und sehr engagiert in der Politik, bei der SPD. Er hatte damals, kurz nach dem Krieg eine Jazz-Combo, spielte Gitarre und Klavier, Handballspieler, fest verwurzelt in seinem Dorf. Heute ist der Ort schon über 35.000 Einwohner groß, damals freilich noch lange nicht.
Das Haus wurde dem jungen, und noch studierenden, Paar von den Vätern geschenkt. Es hat eine besondere Lage, über der Stadt, ein wunderbarer und unverbaubarer Blick, es gibt einige Bilder von der Bauphase, in der mein Bruder und ich dem Vater “halfen”.
Nicht so lange nachdem wir eingezogen waren trennten sich meine Eltern und so war ich in dem fertigen Haus nur wenige Jahre.
Ich denke diese Jahre waren sehr prägend für mich, das Alter zwischen 4 und 8 vielleicht. Daher das positive Bild als “Elternhaus”. Nicht das Haus, wo ich dann später mit Mutter und Stiefvater wohnte (eigentlich auch nicht lange, ich bin mit 18 ausgezogen), wo ich die Pubertät erlebte.
Und danach wohnte ich in meinen Wohnungen (mit kurzen Unterbrechungen). Also scheint es auch aus dieser Sicht verständlich, dass eben jenes Haus so bedeutsam für mich ist.
Was die Klamotten angeht: ja, es gibt einige Bilder auf denen mein Bruder und ich dieselben Sachen trugen. Ob das oft so war weiß ich aber nicht mehr.
Heute ist die Wiese im Hintergrund schon lange nicht mehr, alles bebaut, der ganze Hang, nach hinten hinaus, bald bis an den Wald. Auch nach unten, den Hang hinunter, ist heute alles zu. Die dichte, stachelige Hecke, die uns spielenden Kindern als “Burg” diente, längst gerodet. Wege haben wir mühsam hineingeschnitten um darin geheime Verstecke zu haben. Und die Wiese oben hin zum Wald, auf der wir Drachen steigen ließen und die wir einmal, in wilder Flucht, gejagt von Bienen oder Wespen, entlang rannten, auch sie dürfte heute bebaut sein.
Ein schöner, und auch trauriger, Blick zurück. Er kommt gerade häufiger in mir hoch, der Vater.


